151. Kapitel – Der Fall des Öko-Gurus: Joghurt-Miseren

Bedröppelt schaut der Saurier in die Joghurtmaschine.

Anstelle eines glatten, festen, weissen Joghurtblocks grinst ihm die hässliche Fratze unserer ersten Joghurt-Havarie entgegen:

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Was ist geschehen?

Heute früh hatte Anatol die selbstgemachte Sojamilch mit einem letztens hergestellten wunderbar festen Sojajoghurt vermischt und in die Joghurtmaschine gestellt.

Beides – Sojamilch und „Starterjoghurt“ – kamen aus dem Kühlschrank. Anatol hatte die beiden Zutaten erst auf Zimmertemperatur erwärmen wollen, aber ich hatte vorgeschlagen, die Joghurtmaschine einfach eine Stunde länger laufen zu lassen – was der Saurier dann unter leisem Protest getan hatte.

Nun, acht Stunden später, haben wir den Salat: geronnene, phasengetrennte Sojamilch:  klare, molkeartige Flüssigkeit als obere Schicht, heller Sojaschlamm auf dem Boden.

„Ihhhh ist das eklig!“ zetert Elie. „Das ess ich jedenfalls nicht!“

„Papperlapapp!“ grummelt Anatol, sichtlich enttäuscht von der Sojamisere. Er zückt einen Teelöffel, nachdem er vorsichtig an der unappetitlich aussehenden Masse geschnuppert hatte.

„Riechen tut es prima!“ vermeldet der Saurier. Dann probiert er etwas von der Flüssigkeit, die er vorher umgerührt hat.

„Es schmeckt wie sehr dünnflüssiges Joghurt!“ Freudig schlürft der Butler den Teelöffel aus. „Ist eindeutig essbar. Vielleicht können wir es im Müsli als Milchersatz verwenden und so immerhin aufbrauchen.“

„Ich vergifte mich doch nicht mit Euren Experimenten!“ Elie ist empört. „Guck doch wie fies das aussieht! Diese ekligen kleinen Stücke in der Pampe da – nee ich ess das nicht!“

Anatol muss zugeben, dass das Ergebnis optisch kein Bringer sei. Weggeworfen werde hier jedoch nichts, was noch gut sei. Von „vergiften“ können keine Rede sein. Einzig Konsistenz und Optik seien nur suboptimal gelungen – der Geschmack sei wie immer „eins A“.

Das verunglückte Joghurt bekommt einen Deckel und wandert flugs in den Kühlschrank.

Dann beratschlagen wir.

Was ist schiefgegangen? Was hat das Missgeschick verursacht? Anatol vertieft sich ins Internet und die einschlägigen Blogs und Foren – und findet ähnliche Misserfolge bei der Joghurtherstellung aus selbstgemachter Sojamilch. Wie kann das sein?

Wir werden weiter forschen.

Für heute bleibt uns nur, die Joghurt-Misere in den Mixer zu befördern und zu versuchen, zumindest eine etwas homogene „Soja-Sauermilch“ herzustellen.

Wir werden berichten.

 

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Comments

  1. majorneryz says

    Ich habe das verunglückte Sojajoghurt nun mit etwas Sojamilch gestreckt und im Mixer vermischt. Es hilft nichts: nach kurzer Zeit setzt sich festes Soja unten ab, darüber steht eine klare „Sojamolke“, oder was auch immer das ist.
    Das Getränk (ich habe keine Ahnung, wie man das bezeichnen soll) ist indessen außerordentlich wohlschmeckend und erfrischend. Am ehesten könnte man es mit – allerdings flüssiger – Sauermilch vergleichen. Im Müsli schmeckt es ganz vorzüglich, im Grunde besser als reine Sojamilch (besonders als die selbstgemachte, sagt Elie!).
    Ich muss zugeben, dass ich den Mechanismus der Joghurtherstellung aus selbstgemachter Sojamilch nicht beherrsche. Die Zufalls-Sauermilch ist aber ein sehr leckeres „Unglück“, das ich vermutlich schon bald zu wiederholen versuchen werde!
    Liebe Grüße,
    Euer Anatol

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