91. Kapitel – Stillstand ?

Gestern Abend war es soweit. Als ich nach fast 13-stündiger Abwesenheit um kurz vor 20 Uhr die Haustür aufschließen wollte, ließ sich der Schlüssel nicht drehen. Trotz mehrmaliger Versuche blieb die Tür verschlossen.

Ich drücke auf die Klingel – ein Schrillen ertönt. Katzenpfotengetrappel hinter der Tür und ein leises Schlurfen von Sauriertatzen … ein Schlüssel wird im Schloß gedreht und die Tür öffnet sich mit einem Knarren.

„Ach, Dich gibt es noch?“ fragt Anatol. „Wir dachten, Du kommst nicht mehr. Wir sehen Dich ja kaum noch. Da wollten wir das Schloss auswechseln – falls irgend jemand Deinen Schlüssel gefunden hat und damit hier einbricht.“

Mir bleibt der Mund offenstehen. Die Biester wollten mich aussperren!

Lauthals protestiere ich gegen diese üble, unangemessene Behandlung. „Ihr wisst ganz genau, dass es bei der Arbeit im Moment großen Stress gibt. Schließlich gehe ich nicht nur aus Spaß dorthin! Ihr könntet Euch durchaus etwas verständnisvoller zeigen!“

Ich bin müde und abgekämpft. Da kann ich solche Spielchen gar nicht gut vertragen.

Elie mischt sich ein. „Wir sind sauer! Du gehst um 7 Uhr aus dem Haus. Danach sehen wir Dich vor 19 oder gar 20 Uhr nicht mehr. Abends setzt Du Dich vor Deinen Computer und bearbeitest Emails, sprichst nicht mit uns und den Katzen, und um kurz vor 10 müssen wir alle ins Bett. Im Blog schreibst Du auch nichts mehr von uns. Ich will so nicht mehr leben!“

Anatol zischt wütend „Genau so ist es! Wir sollten Dich eigentlich einfach hier alleine sitzen lassen. Wenn Du Dich nicht nur von Kopfschmerzentabletten ernähren würdest, und ich mir nicht größte Sorgen um Dich machen würde, wären wir schon längst weg.“

Betroffen sehe ich zu Boden. Leider stimmen die Vorwürfe. Im Büro sind mir soviele Projekte übertragen worden, dass ich nicht einmal weiss, wann ich sie überhaupt anfangen soll. Den Kollegen und dem Chef geht es nicht besser. Wir sind alle hoffnungslos überlastet. Da ich nicht als Versager dastehen will, habe ich meine Arbeitszeiten einfach um mehrere Stunden täglich ausgedehnt. Ich komme viel früher und gehe später. Seit Monaten ist es so. Abends will ich nur noch schlafen – der Blog leidet darunter, da ich kaum noch zum Schreiben komme… aber vor allem die beiden Butler und die Katzen. Ja – und ich auch.

Zur Zeit weiss ich nicht, wie es weitergehen soll.

Ich verspreche den Butlern, nach einer Lösung zu suchen. Vorerst bitte ich sie allerdings um etwas Geduld und Unterstützung.

Am Wochenende werden wir etwas Schönes planen – das Wetter wird gut werden. Vielleicht sollten wir einen Fahrradausflug machen – und dabei keine Emails von der Arbeit checken.

Und im Blog sollen bald auch wieder neue Geschichten erscheinen. Das ist nämlich in Wahrheit das größte Problem der Butler: sie wollen wieder Geschichten von ihren heldenhaften Abenteuern lesen!

Ein wenig kann ich das ja sogar verstehen.

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Comments

  1. says

    Ach, was soll ich sagen? Ich kann die beiden verstehen. Dich auch.
    Weil ich das auch kenne, bin ich ein wenig ratlos, aber einen lieben Gruß an dich und die Saurier, DAS geht sich hier, heute und jetzt aus und ich hoffe, ihr habt einen feinen sonnigen Sonntag vor euch!

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