76. Kapitel – Eine Vogelrettungsaktion

Die Ferien sind zuende. Schweren Herzens haben Anatol und Elie ihre Ranzen für den ersten Schultag gepackt. Auch ich muss morgen wieder zurück zur Arbeit. Dementsprechend gedrückt ist die Laune am Vorabend der „rentrée„, wie man hier in Frankreich sagt.

Um den nächsten Tag zumindest etwas angenehmer erscheinen zu lassen, schlage ich den beiden Sauriern vor, nach der Schule – also gegen 13 Uhr – bei mir auf der Arbeit vorbeizukommen, um zusammen dort zu MIttag zu essen und uns danach auf der Terrasse ein Eis zu genehmigen. So können wir uns doch ein wenig auf den ersten Schul- und Arbeitstag freuen.

Der Tag beginnt problemlos. Um 5 Uhr 20 klingelt der Wecker – pünktlich um 7 Uhr 30 verlassen wir gemeinsam das Haus.

Im Büro wartet das Chaos auf mich – 4 Wochen Abwesenheit müssen in der Mailbox aufgearbeitet werden. Die Kollegen freuen sich, mich wiederzusehen und um 9 Uhr 30 gibt es ein zweites Frühstück mit Tee und Croissant. Der Büroalltag hat ganz eindeutig auch schöne Seiten!

Es wird MIttag – gleich müssen die beiden Butler eintrudeln und mich zum Essen abholen. Da – das Telephon klingelt. Das werden sie sein.

Stattdessen ist mein Chef am Apparat. „Susanne, Deine beiden Saurier und ich haben einen verletzten Vogel hier auf der Terrasse gefunden! Ich wollte mich gerade zum Essen hinsetzen, da sah ich die beiden und das Vögelchen. Nun versuchen wir, den armen Vogel einzufangen. Anatol sagte, ich soll Dich anrufen; Du wüsstest, wie man da  vorgeht …“

IMG_2942Mit den Butlern muss doch wirklich immer etwas passieren. Zum Glück weiss ich in der Tat, was zu tun ist. Ich hole einen Pappkarton von der Poststelle und laufe hinaus auf die Terrasse. Dort gelingt es meinem Chef und mir, das verletzte Vögelchen in den Karton zu setzen. Anatol und Elie halten sich vorsichtig im Hintergrund – sie haben vor meinen Kollegen und meinem Chef doch etwas Angst. 

IMG_2941Das Vögelchen ist ganz verstört. Es drückt sich fest in die eine Ecke des Kartons – schnell wähle ich die Nummer des Vogelschutzvereins LPO.
Der diensthabende Mitarbeiter bittet uns, das Tierchen so schnell wie möglich ins Vogelschutzzentrum zu bringen. Dieses habe eine spezialisierte Vogelklinik, in der der kleine Patient sofort behandelt werden könne.

Da er als einziger ein Auto hat, bietet sich mein Chef an, den Vogel in die Klinik zu fahren. Er ist wirklich ein toller Chef!

In der Klinik wird man ihm mitteilen, dass es sich bei dem Vögelchen um einen relativ seltenen Singvogel, nämlich einen Fliegenschnäpper – genauer einen Trauerschnäpper – handele. Dieser wird sofort auf die Intensivstation gebracht.

Die hilfreichen Retter bekommen indessen ein großes Eis, bevor sie sich auf den Nachhauseweg machen, um dort die ersten Hausaufgaben des neuen Schuljahres in Angriff zu nehmen.

 

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