35. Kapitel – Das Skateboard

IMG_2079Als ich heute Abend nach Hause komme, wartet Anatol mit einem wunderbaren Salat auf mich. Er hat ihn in der blauen Schüssel zubereitet, die ich vor etwas über einem Jahr von der palästinensisch-jüdischen Friedensinitiative gekauft habe. Eine so schöne große Schüssel findet man selten. Ich freue mich, dass Anatol sie heute herausgeholt hat und nun den Salat daraus serviert.

Mein Lieblingsessen – der vegane capverdische Gemüseeintopf – köchelt im Schmortopf vor sich hin: ein gemütlicher Abend mit einem guten Essen in Aussicht beginnt.

Mitten in diese friedliche Stimmung kräht Elie fröhlich hinein: „Anatol hat sich ein supertolles Skateboard gebaut! Wir sind den ganzen Nachmittag in der Wohnung herumgefahren – mit dem Skateboard und dem Roller! Man kann damit auch ganz toll die Sofalehne runterfahren!“

Ich verschlucke mich an der Vinaigrette und gucke Anatol entsetzt an. „Was hat es denn damit auf sich? Skateboardfahren auf dem Sofa – und auf dem Parkett?! Anatol, was habt Ihr Euch dabei gedacht?“ Ich huste – die Vinaigrette brennt im Hals.

Anatol zischt Elie böse an. „Musstest Du das jetzt ausplaudern?! Sie sollte doch erst das gute Abendessen bekommen – und danach wollten wir das mit dem Skateboard erzählen!“ Elie guckt betreten. „Aber sie hat doch schon was von dem Salat gegessen … ich dachte, jetzt darf ich es sagen… Wir hatten doch so einen Spaß mit dem Skateboard auf dem Sofa …“ Anatol rollt mit den Augen.

Dann gibt er zu, dass er tatsächlich aus den verbleibenden Bettkasten-Rädern und einem Brettchen ein richtiges Skateboard gebaut habe und dann in der Wohnung etwas Skaten geübt habe. Da die Räder allerdings aus Gummi seien, habe das Parkett nicht darunter gelitten. Ebenso sei das Sofa unversehrt. Und die Nachbarn hätten sich auch (noch?) nicht beschwert.

Ich finde zwar, dass man diese Sache mit mir hätte absprechen müssen, und bitte sehr nachdrücklich darum, dass dies in Zukunft so gehalten werde. Dann bin ich aber auf das Skateboard gespannt.

„Anatol, hol das mal her. Ich möchte es gern sehen.“

Was ich den beiden Sauriern nämlich noch nicht erzählt habe, ist, dass ein Skateboard in meiner Kindheit zu den begehrtesten Gegenständen überhaupt gehörte. Wer ein solches besaß, war ein Held. Überflüssig zu erwähnen, dass ich selbstverständlich keines hatte – obwohl ich so davon träumte. Meine Eltern fanden ein Skateboard zu teuer und auch etwas gefährlich. „Kinder, Ihr habt schon die Rollschuhe – das muss reichen!“ hiess es da.

IMG_2083Anatols Skateboard ist im Grunde das erste Skateboard, was ich in meiner eigenen Wohnung beherberge.

Hier zeigt sich Anatol auf seinem tollen Brett. Nun muss er noch üben, damit richtig zu fahren.

Am Wochenende werden wir gucken, ob es hier irgendwo eine Anlage gibt, in der man Skateboard und Roller fahren kann!

 

 

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