18. Kapitel – La soupe aux choux

Anatol hat heute mit mir geschimpft. Das tut er leider manchmal. Anatol findet, dass ich mich zu einseitig ernähre: nämlich vorwiegend von Gemüsecurry, Paprikaschmortopf und Marmeladenbroten. Von der veganen Leberwurst ab und zu mal abgesehen. Und da Anatol für die Küche verantwortlich ist, hat er meine heutige Bestellung (Gemüsecurry) einfach ignoriert und einen riesigen Wirsingkohl gekauft, der nun gekocht werden soll.

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Ich stehe der Kohl-Aktion skeptisch gegenüber. Der Kohl ist gigantisch! Wie soll der auch nur in einen unserer Töpfe passen? Aber da es ja Anatol ist, der sich um die Zubereitung kümmert, versuche ich, mir darüber keine Sorgen zu machen.

Elie guckt sich den Kohlkopf einmal an, entscheidet, dass dies eine Nummer zu groß für ihn ist, und zieht sich mit einem Buch ins Nestchen zurück. „Ruft mich einfach, wenn es fertig ist!“ sagt er noch – und vertieft sich in seinen neuen Schmöker.

Anatol ist ein versierter Koch. Erst will ich ihn ja allein werkeln und köcheln lassen, aber dann bin ich doch zu neugierig, wie er diesem Kohl zu Leibe rücken mag. Ich nehme also meinen Photoapparat zur Hand und halte Anatols Kohlkochkünste hier fest:

Zuerst nimmt Anatol den Kohl Blatt für Blatt auseinander und schneidet die Strünke heraus. Dann wäscht er die Blätter und blanchiert sie. Das bedeutet, dass er sie kurz in kochendem Wasser wendet und sie dann mit kaltem Wasser abschreckt. Das ist etwas aufwendig, aber Anatol behauptet, dass der Kohl so bekömmlicher wird und auch besser schmeckt.

Hier sieht man ihn mit dem fertig blanchierten Kohl:

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Nun bereitet Anatol einen Sud vor. Er erhitzt etwas Wasser in unserem größten Topf und gibt Salz dazu. In den Sud kommen dann: eine ganze Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, 2 Chilischoten (die kleinen scharfen!), ein paar Körner Piment, Olivenöl, ein Stückchen Knollensellerie, 2 kleine Kartoffeln und eine Möhre:

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Das wird nun etwas angeköchelt, mit Wasser aufgegossen, und dann kommt der Kohl hinzu. Zum Schluß gibt Anatol noch ein klein wenig Zucker hinzu.

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Der Topf ist randvoll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der nicht überkocht! Anatol ist aber zuversichtlich und meint, das müsse jetzt mindestens eine Stunde kochen. Dann wolle er abschmecken.

Ich bin gespannt!

Die Suppe köchelt nun seit fast einer Stunde. Anatol hat noch etwas Muskatnuss gerieben und in die Suppe gegeben. Diese Suppe muss einfach köstlich werden.

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